Julio Lambing

Umbau der Industriegesellschaft, Energie und Klimaschutz

Texte und Interviews  ---  Projekte  ---  Vorträge und Podiumsdiskussionen

Hintergrund

Zum industriellen Kern unserer Industriegesellschaft gehört ihre technologische Struktur zur Nutzung von Energie. Die Verbrennungstechnologie ist nicht nur die beherrschende Technik zur Erzeugung von Strom, sondern ebenso zum Betrieb von Autos und anderen Transportmitteln oder zur Erzeugung von Wärme in Gebäuden. Es gibt nur wenig, von dem unsere Industriegesellschaft so derzeit abhängig ist wie von Kohle, Erdgas und Öl. Die Fixierung auf Verbrennungstechnologie hat massiv zur Ausplünderung und Zerstörung unserer natürlichen Ressourcen und zum absehbaren menschengemachten Klimawandel beigetragen. Letzterer ist eine enorme Gefahr für Sicherheit und Wohlstand in den Industrieländern und für das Überleben der Menschen in Entwicklungsländern. Die herkömmliche großindustrielle Organisation der Energiewirtschaft ist zugleich der Prototyp von Machtkonzentration, die Menschen in Abhängigkeit hält, demokratische Mitbestimmung an den Rand drängt, Beschaffungskriege auslöst und menschliche Zusammenarbeit hierarchisch organisiert. Menschenrechte, Frieden, Umweltschutz, internationale Gerechtigkeit haben mich bereits als Jugendlicher bewegt. Wenn wir ihnen Geltung verschaffen wollen, müssen wir auch die energietechnische Infrastruktur unserer Zivilisation verändern und zugleich eine Wirtschaftsweise aufbauen, die das Klima schont. Die Geschichte lehrt uns, dass staatlich induzierte Programme zur Veränderung der wirtschaftlichen und technologischen Strukturen durchaus Erfolg haben können.

Von einem effektiven Klimaschutz sind wir immer noch weit weg - ebenso von einer Wirtschaft, die den Verbrauch und die Vernutzung endlicher Ressourcen hinreichend daran anpasst, was regionale und globale ökologische Systeme zur Stabilisierung und Erholung brauchen. Unternehmen, Staaten und Privathaushalte tun immer noch viel zu wenig, um ernsthaft eine Kreislaufwirtschaft zu etablieren, die die Grenzen der Belastungsfähigkeit der Erde beachtet, innerhalb derer sich die natürlichen Ressourcen erneuern können. Dies ist nicht nur eine Frage von Lebensstilen, Einstellungen, Rechtsordnungen und wirtschaftlichen Systemen. Technik und Technologien spielen eine entscheidende Rolle bei der Organisation von Wirtschaftsweisen. (Damit sind sowohl Maschinen und Gerätschaften als auch Verfahrensweisen zur Erzeugung, Bereitstellung und Nutzung von Gütern und Dienstleistungen gemeint.) Es sagt sich schnell, dass wir gänzlich neue Techniken und Technologien benötigen. Auch wenn in unsere Kultur eine intensive Neigung besteht, stetig das Etikett „neu“ als Gütesiegel einzusetzen - „jetzt mit neuer Form, Formel, Geschmack“ ist eine allgegenwärtige Floskel – beruhen moderne Technologien auf jahrhundertealten Forschungstraditionen und Einsatzpraktiken. Sie sind Resultate einer langen Geschichte und einer komplexen Vernetzung von Forschung, Techniken, Institutionen und Rohstoffflüssen einer Gesellschaft.

Technologien, die Treibhausgase produzieren, sind tief und umfassend in die Lebensvollzüge dieser Gesellschaft eingelassen. Die Entwicklung und Etablierung von Technologien einer Kreislaufwirtschaft ist eine zivilisatorische Herkulesaufgabe, wenn sie die Bedürfnisse und Anforderungen einer Industriegesellschaft erfüllen soll, die Eisenbahnen, Herzschrittmacher, Verhütungsmittel, Solarpanele und Comic-Bücher produziert. Man kann diese Wohlstandsbedürfnisse ignorieren oder ablehnen, doch das macht die Etablierung neuer Technologien nicht leichter. Ähnliches gilt für ihre wirtschaftliche Verwertung: In den weitgehend marktwirtschaftlich und arbeitsteilig organisierten Industriestaaten des globalen Nordens wird die Herkulessaufgabe nur zu bewältigen sein, wenn wir auskömmliche Geschäftsmodelle für die Verbreitung von Ressourceneffizienz etablieren und anschließende Wohlstandsgewinne erzeugen können.

Eine ökologisch ausgerichtete Kreislaufwirtschaft bedeutet nicht per se befriedigende, gerechte und demokratische Arbeitsbedingungen und den umsichtigen Umgang mit kulturellen und sozialen Traditionen. Sie schließt nicht die Ausplünderung wirtschaftlich schwacher Staaten und Völker aus und unterbindet nicht automatisch Wachstumsfixierung und Konsumexzesse. Wir brauchen sicher mehr als nur ressourceneffiziente Technologien. Zum Beispiel neue Wirtschaftsweisen, die keinen generellen Hang zum Ausplündern von Gemeingütern aufweisen. Doch selbst wenn wir eines Tages in einer ganz anderen Wirtschaftsordnung abseits der heutigen Formen von Marktwirtschaft und Staatswirtschaft leben sollten, wird diese nicht einfach aus dem Nichts durch menschliche Genialität erschaffen worden sein. Sie wird auf bereits existierende und hinreichend verbreitetete Praktiken und Institutionen basieren. Und sie wird in den modernen Industriestaaten auch auf dem aufbauen müssen, was wir bisher an umwelt- und mitweltfreundlichen Technologien etabliert haben.

Seit 1999 arbeite ich in der grünen Energiewirtschaft und an den Schnittstellen zwischen Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik. Seit 2002 bin ich für den European Business Council for Sustainable Energy (e5) in unterschiedlichen Funktionen tätig. Der 1996 gegründete, branchenübergreifende Wirtschaftsverband e5 setzt sich für Klimaschutz, eine nachhaltige Nutzung von Energie und den umweltfreundlichen Umbau der Industriegesellschaft ein.

Heute rümpft manche die Nase über unternehmerische Instrumente des Klimaschutzes und spricht davon, dass nun der Ausbeutung des Menschen eine neue Stufe des Kapitalismus folge: der Ausverkauf der Natur durch deren Inwertsetzung. Diese Ansicht ignoriert, dass es seit ihrem Beginn das Kennzeichen der modernen marktwirtschaftlichen Industriegesellschaft ist, dass die Natur in Wert gesetzt wird - das ist nichts Neues. In der heutigen marktwirtschaftlichen Wirtschaftsordnung sehen sich die meisten Unternehmen gezwungen, Chancen zu nutzen, die sich durch kostenlos zur Verfügung gestellte Ressourcen der Natur und der Gesellschaft ergeben. Sie brauchen Instrumente mittels denen sie Kosten, die sie bisher der Allgemeinheit aufhalsen, in ihre betriebswirtschaftlichen Kalküle aufnehmen und übernehmen können. Ökonomische Instrumente wie Ökosteuern oder der Handel mit deutlich begrenzten Verschmutzungsrechten (etwa zur Vermeidung von Kohlendioxidemissionen) sind ein Einstieg in solche Mechanismen. Immer mehr Unternehmen, Ökonomen und Mitglieder der politischen Klasse in den Industrie- und Schwellenländern sehen zudem die enormen wirtschaftlichen Chancen, die sich mit Klima- und Ressourcenschutz ergeben. Jede Revolution der politischen und gesellschaftlichen Ordnung ist ein Bündnis von gesellschaftlichen Mächten, die gemeinsame Interessen verfolgen. Dies ist beim Klimaschutz nicht anders: In einer Welt, in der die ernsthafte Eindämmung des Klimawandels fundamentale Auswirkungen auf die technologischen und wirtschaftlichen Prozesse einer Gesellschaft hat, mussten relevante Teile der Wirtschaft als Bündnispartner gewonnen werden, um Klimaschutzpolitik durchsetzungsfähig zu machen. Ohne diese Entwicklung der letzten 25 Jahre wäre es sehr unwahrscheinlich geworden, dem unmittelbaren Drang sowohl von Unternehmen wie Staaten, ihre individuellen Belastungen der Gemeingüter auf die Allgemeinheit abzuwälzen, etwas entgegenzusetzen. So stieg der öffentliche Druck, den Klimawandel und die Verantwortung von Unternehmen und Staaten nicht mehr zu leugnen.

Nun haben wir Menschen in den reichen Gesellschaften des globalen Nordens die ersten, zaghaften Schritte auf einem langen Weg unternommen, unsere Industriestrukturen umzubauen. Verpflichtende Gesetze, Vorgaben, Standards und staatliche Programme, Marktmechanismen, unternehmerische Selbstverpflichtungen und profitorientierte Kreativität tragen dazu bei, die dafür notwendigen Technologien und Lösungen zu entwickeln und zu verbreiten. Viel zu langsam, ohne Zweifel. Alleine kein Rezept zum Erfolg, das auch. Denn privatwirtschaftliche Unternehmen als auch staatliche Wirtschaftsaktivitäten sind nur eine Form der wirtschaftlichen Tätigkeit. Kreativität, Intelligenz und die Fähigkeit, ressourcenschonende Technologien und Praktiken zu verbreiten, gibt es auch jenseits des Marktes und des Staates. Auch dies muss gestärkt werden, mit geeigneten Instrumenten ermutigt, von Hemmnissen und Beinträchtigungem durch staatliche und unternehmerische Akteure befreit werden.



Texte und Interviews

Unter anderem:

Julio Lambing: "Electricity Commons – Toward a New Industrial Society" (2012)
in: David Bollier and Silke Helfrich: "The Wealth of the Commons"; Commons Strategies Group. Levellers Press 2012
(Die englische Übersetzung meines Stromallmende-Aufsatzes; manches für ein anglophones Publikum präzisiert)

Julio Lambing: "Stromallmende: Wege in eine neue Industriegesellschaft" (2012)
in: Silke Helfrich und Heinrich-Böll-Stiftung: "Commons - Für eine neue Politik jenseits von Markt und Staat"; Bielefeld 2012; S. 479 – 486
(Wenn wir schon mit Rückgriff auf die planetarischen Gemeinressourcen Sonne, Wind und Wasser unsere Energieversorgung betreiben müssen, kann es dann nicht sein, dass die Perspektive der Commons auch für die Organisation der Stromwirtschaft selbst Impulse zu liefern vermag − jenseits oder in Ergänzung zu staatlichen und privatwirtschaftlichen Ansätzen? Faktisch sind aufgrund der wirtschaftlichen, politischen und technischen Vorstrukturierung unserer Energieinfrastruktur nur hybride Formen möglich. Wie sehen diese aus und welche Entwicklungsperspektiven gibt es?)

Julio Lambing: "Bausteine für eine Stromallmende. Wege in eine neue Industriegesellschaft“ (2011)
Langfassung (14. S.) des oben genannten Papiers; erstellt im Auftrag der Heinrich Böll Stiftung anläßlich eines Workshops von e5 und Heinrich Böll Stiftung

Corporate Responsibility Interface Center (CRIC): "Video-Interview von Julio Lambing" (Januar 2010)
Video im Rahmen der Aktionswoche "Klimaschutz und Finanzen"; veröffentlicht auf youtube
(Ein Gespräch mit Dr. Klaus Gabriel, Vorstand des Vereins für ethischer Investoren CRIC, zum Ausgang der gescheiterten Klimaverhandlungen in Kopenhagen. Ein Appell nicht mehr auf Politiker zu setzen sondern als Unternehmen, Investoren und Zivilgesellschaft den Klimaschutz in die eigene Hand zu nehmen.)



Durchgeführte Projekte

Unter anderem:

Stakeholder-Dialog Projekt: "Waldschutz und Aufforstung als Beitrag zur Klimagerechtigkeit. Der Beitrag der Wirtschaft zur nachhaltigen Entwicklung bei der natürlichen Kohlenstoffbindung" (Durban/Südafrika, Frankfurt a.M. und Bonn, 2011 - 2012)
- Konzeption und Leitung; für e5 -
(Entwaldung ist nach dem Energiesektor der zweitgrößte Verursacher von Treibhausgasemissionen. Die Zerstörung von Wäldern in Schwellen- und Entwicklungsländern hängt mit komplexen wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Prozessen zusammen, in denen das Bedürfnis zur Überwindung von Armut und zur Steigerung des eigenen Wohlstands bei der lokalen Bevölkerung eine wichtige Rolle spielen. Projekte, die Waldschutz und Aufforstung durch den Verkauf von CO2-Zertifikaten zum freiwilligen Ausgleich von Treibhausgasemissionen finanzieren, spielen eine entscheidende Rolle als Pionier für die Entwicklung von Geschäftsmodellen, die diesem Zweck dienen. Waldschutzprojekte müssen ökonomische Strukturen schaffen, die lokale Märkte und Wertschöpfungsketten kreieren und stärken. Außerdem müssen sie die vollumfängliche Partizipation der lokalen Bevölkerung gewährleisten, um Gerechtigkeit und Würde zu sichern.)

Experten-Workshop: "Energieinfrastruktur als Gemeingut? Grundzüge und Elemente einer gemeingüterbasierten Energiewirtschaft" (Berlin, 6. April 2011)
- Konzeption und Leitung gemeinsam mit Silke Helfrich; für e5 und in Kooperation mit Heinrich Böll Stiftung -
(Kann der privatwirtschaftlich liberalisierte Strommarkt den Umbau des Energiesystems wirklich bewältigten? Bieten staatliche Eignerstrukturen tatsächlich die Innovationskraft und die Effizienz, die wir brauchen? Wie sieht die Anwendung des Gemeingüteransatzes auf den Strommarkt aus? Entstehen effektive Modelle, die uns weiterbringen? Eine interdisziplinäre Runde von 20 Energieexpertinnen, Politikinneren und commoners hat sich in dem Workshop diesen Fragen gestellt.

Konferenz-Serie und Memorandum: "Klimagerechtigkeit als Anliegen der deutschen Wirtschaft: Der Transfers klimafreundlicher Technologien in Schwellen- und Entwicklungsländer als Szenario der Gelegenheiten" (München, Bonn, Eschborn a.Ts. und Mainz, März 2009 – Februar 2010)
- Konzeption und Leitung; für e5 -
(Eine kohlenstofffreie Wirtschaftsstruktur ist nur mit geeigneten Technologien möglich, und diese in den Industrieländern entwickelten Technologien kosten Geld. Sprecher und Fürsprecher der sich schnell entwickelnden Ökonomien und der Entwicklungsländer vertreten den Standpunkt, dass nicht ihre Länder, sondern die Industrieländer den Klimawandel hauptsächlich verursacht haben. Ihre Länder sind aber diejenigen, die unter den negativen Auswirkungen des Klimawandels am meisten leiden werden. Warum sollten sie als Leidtragende für ein Problem zahlen, das sie nicht zu verantworten haben? Der Transfer von klimaschutzgerechten Technologien in Schwellen- und Entwicklungsländer bietet erhebliche wirtschaftliche Chancen und Gelegenheiten, selbst wenn die Forderung nach Kostenfreiheit (oder deutlicher Kostenreduktion) des Transfers in Rechnung gestellt wird. Für die Gesellschaft in der Bundesrepublik Deutschland ist das Thema Klimagerechtigkeit damit sowohl aus Gründen einer effektiven Bekämpfung des Klimawandels als auch aufgrund wirtschaftlicher Chancen relevant.)

Internationales Strategietreffen und weltweiter Aufruf: "Roundtable of Climate Business Initiatives und Business Call on Climate Change" (Berlin und Nusa Dua/Indonesien, 2007)
- Konzeption und Leitung; für e5 -
(Mehrere Treffen, die aus allen Teilen der Welt Wirtschaftsinitiativen versammelten, um im Vorfeld und Umfeld des G8 Gipfels in Heiligendamm und sowie der UN-Klimaverhandungen in Bali Druck auf die Politik zu machen, daß diese ein ambitioniertes Verhandlungsmandat für den Klimaschutz beschließt. Der finale Aufruf wurde von mehr als 20 Wirtschaftsverbänden aus drei Kontinenten unterstützt. Wirkte.)

Internationale Konferenz: “Creating a Vision for a New European Energy System” (Berlin, 21. und 22. Februar 2007)
- Co-Konzeption und Co-Durchführung; für e5 und in Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung -
(Etwa 100 Expertinnen aus ganz Europa trafen sich in Berlin auf einer zweitägigen Tagung um im Vorfeld des EU-Frühjahrsgipfels unter der deutschen Ratspräsidentschaft der EU zu prüfen, welche Optionen für die sich entwickelnde europäische Energiepolitik in den kommenden Jahren zur Verfügung stehen. Sprecherinnen waren Abgeordnete aus dem Bundestag und dem EU-Parlament, Repräsentantinnen von umweltpolitischen Nichtregierungsorganisationen, von Unternehmen und Wirtschaftsverbänden sowie international anerkannte Wissenschaftlerinnen aus den Bereichen Energie- und Klimapolitik und nachhaltige Energienutzung.)

Konferenzserie: "e-turn 21: The Challenges, Perspectives and Obstacles of the European Energy Sector with Regard to a Sustainable Energy Path: Creating a Compromise among European Energy Actors" (Brüssel, Köln, Madrid und Brno, 2006)
- Konzeption und Leitung; für e5 -
(Europaweite Konferenzserie in Madrid, Brüssel, Köln und Brno zur zukünftigen EU-Strategie für die europaweite Energieversorgung mit jeweiligen nationalen Energieversorgern, Nichtregierungsorganisationen, Repräsentantinnen der Politik, Verwaltung, Wissenschaft. Die Veranstaltungsserie bot eine Diskussionsplattform, um nationale, regionale wie internationale Perspektiven für die Erneuerung des europäischen Kraftwerksparks zu erörtern.)

Experten-Workshop: "Next power plant generation – where we are, where we go" (Berlin, 26. Januar 2005)
- Co-Konzeption und Co-Durchführung; für e5 und in Kooperation mit dem European Climate Forum -
(40 Expertinnen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft nahmen an einer eintägigen Diskussion teil, um Strategien zum Ersatz und zur Modernisierung des zukünftigen Kraftwerksparks zu diskutieren: Welches Energieversorgungssystem ist nötig, um in 2050 sowohl den steigenden Energiebedarf als auch ambitionierte Klimaschutzziele zu befriedigen? Wie wird dieses Versorgungssystem erreicht? Ausgangspunkt war eine 80% Reduktion der Treibhausgasemissionen bis 2050 für Deutschland und eine Vollversorgung mit erneuerbaren Energien.)

Side Event und Business Call: "Investment Security for Renewable Energies" (anläßlich der International Conference for Renewable Energies, Bonn 2004)
- Leitung und Durchführung für e5, in Kooperation mit BCSE aus UK, US und AUS sowie dem European Climate Forum -
(Organisation eines multinationalen Wirtschaftsaufrufs, um die internationale Politik zu stabileren Investitionsbedingungen für erneuerbare Energien zu bewegen. Hochrangige Politikerinnen der UN sowie aus Dänemark und Deutschland unterstützten das Side Event.)

Workshopreihe, Umfrage und Aufklärungsaktion: "Clean Business Travel – Klimafreundliche Geschäftsreisen" (Bonn, 2003 - 2005)
- Mitarbeit für e5 und in Kooperation mit Germanwatch und ECC Kohtes Klewes -
(Geschäftlich bedingte Flugreisen sind ein Faktor, auf den umweltbewusst agierende Unternehmen lange keinen direkten Einfluss nehmen konnten, da er zumeist außerhalb betrieblicher Umweltmanagementsysteme liegt. Große Unternehmen mit hohem Geschäftsreiseaufkommen sollten für die ökologische Problematik von Flugreisen sensibilisiert und mit Lösungen vertraut gemacht werden, die Reisen substituieren, klimafreundlichere Reisevarianten nutzen bzw. ökologische Ausgleichsleistungen zur Schadensbegrenzung vornehmen. Eine Vielzahl an Unternehmen wurden angesprochen und eine ganze Reihe an Folgeaktivitäten bei diesen angestoßen. Inklusive späterem massiven Ärger in der deutschen Reise- und Flugverkehrsbranche.)

UN-Klimaverhandlungen 2003 bis 2012
- Teilnahme für e5 an den UN-Klimagipfeln in Mailand 2003, Montreal 2005, Nairobi 2006, Bali 2007, Poznan 2008, Durban 2011, den Verhandlungen zur UN-Artenschutz-Konvention 2008 und diverser sogenannter „kleiner Klima-Konferenzen“ der UNFCCC in Bonn und anderswo. Durchführung und Leitung von internationalen Side Events, Dialogrunden, Aktionen rund um Klimaschutz und vieles mehr. -
(Ich bin der Ansicht, dass die UN-Klimaverhandlungen völkerrechtlich und hinsichtlich der politischen Partizipation gerade der ökonomisch schwachen Entwicklungsländer, ausgesprochen wichtig sind. Zudem hat die Bereitschaft der UN die Zivilgesellschaft besonders in die Klima-Verhandlungen einzubeziehen, dem Wissensaustausch zu nachhaltiger Entwicklung, Klimawandel und Klimaschutz zwischen den Nationen, Behörden und Kommunen, Wissenschaften, Unternehmen und den zivilgesellschaftlichen Organisationen enorm unterstützt. Dennoch glaube ich leider nicht, dass wir in den nächsten acht Jahren von den Verhandlungen der Vertragsstaaten der UN-Klimarahmenkonvention viel für den Klimaschutz erwarten können. Wir dürfen den Prozess aber nicht im Stich lassen.)


Vorträge und Podiumsdiskussionen

Unter anderem und zusätzlich zu denjenigen, die im Rahmen der oben genannten Projekte stattfanden:

"Energie für alle“: Energiewende International"
Podiumsdiskussion mit Richard Brand, Regine Richter, Sylvia Borbonus, Walter Mendoza, Julio Lambing auf »Mcplanet - internationaler Bewegungskongress an der Schnittstelle zu Globalisierung, Umwelt und globaler Gerechtigkeit«, Berlin, 20.- 22. April 2012
(Wie können low-carbon development Strategien in Entwicklungsländern aussehen? Was bedeutet Energiegerechtigkeit? Wie kann die Technologie- und Energiekooperation beschleunigt und demokratisch gestaltet werden? Welchen Beitrag leisten die deutsche Entwicklungszusammenarbeit und bilaterale Energiepartnerschaften? Wie müsste sich die Politik von internationalen Finanzierungsinstitutionen ändern? Wie kann die Zivilgesellschaft auf die Energiepolitik global und national Einfluss nehmen? Richard Brand ist ein toller Moderator, aber ich tue mich schwer mit der "Beschallungswesen" auf NGO-Veranstaltungen, bei der sogenannte Nachhaltigkeitsexperten wie ich und grüne "Stars" auf der Bühne parlieren und das junge Publikum hört zu. Zudem ist eine Diskussion von 5 Leuten über 90 Minuten zu einem komplexen Thema wie Technologietransfers förmlich darauf angelegt, plakativ zu verkürzen und undifferenziert zu reden.)

"Realities of EU Climate Policy"
Präsentation auf der Konferenz "TheIntelligent Energy Turkey - EU - European Agenda", Ankara 28./29. Oktober 2006
(Eine Konferenz zur türkischen Energieversorgung, die nicht nur fossil dominiert ist, sondern seit Jahren den Bau von drei Atomkraftwerken vorsah, eines davon in einem erdbebengefährdeten Gebiet. Mein Vortrag war miserabel. Aber die Konferenz war für mich sehr wichtig: Eine Vielzahl an Gesprächen mit Journalistinnen, Energieexpertinnen, Umweltschützerinnen, Politikerinnen und Verwaltungsrepräsentantinnen ließ mich die politische und gesellschaftliche Situation der Türkei besser verstehen und veränderte deutlich mein bis dahin aus den Massenmedien geprägtes Bild.)

"EU-Energiepolitik: Position und Forderungen der klimafreundlichen Wirtschaft"
Vortrag und Podiumsdiskussion auf der Konferenz: "Energiepolitik in der Europäischen Union. Interessen und Handlungsspielräume deutscher Akteure"; Tagung der Evangelischen Akademie Loccum, 13. bis 15. Januar 2006
(Es bereitete mir damals eine diebischen Freude, dem Vertreter der Steinkohleindustrie zu vermitteln, welche enormen Treibhausgas-Reduktionsziele für 2020 und 2050 unweigerlich auf Deutschland zukommen und das die Kohleindustrie diesen Realitäten nicht entkommen kann.)

"Der Beitrag von Technik und Innovation zur Erreichung der Klimaziele: Erneuerbare"
Präsentation auf der Tagung "Klimaschutz als globale Herausforderung: Kyoto-Plus"; Expertinnentagung der KonradAdenauer Stiftung, CadenabbiaI/Italien, 17.-20. November 2005


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